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Das Portativ (v. lat.  portare „tragen“) ist eine kleine, mit Lippenpfeifen ausgestattete Orgel.
Der Spieler (Portatifer) bedient die Klaviatur mit der rechten Hand und betätigt  gleichzeitig mit der linken den Blasebalg. Im Unterschied zu allen anderen Tasteninstrumenten sitzt der Portatifer im rechten Winkel zur Tastatur.
Kleinere Instrumente haben einen Tonumfang von 8 Tönen und eigneten sich besonders gut, Gesänge auf Prozessionen musikalisch zu begleiten. Der Spieler trug dazu das Instrument an einem Riemen über seiner Schulter. Portative wurden ebenfalls zur Unterstützung des gregorianischen Choralgesanges genutzt. In vielen Kirchen finden sich Abbildungen von Portativ spielenden Engeln. Da das Attribut der Heiligen Cäcilie -  der Schutzpatronin der Musik - die Orgel ist, sieht man sie auf älteren Darstellungen oft mit einen Portativ. Bis zu seiner Blütezeit im 13. Jahrhundert erweiterte sich der Tonumfang auf bis zu 32 Tasten. Auch in der weltlichen Musik der Spielleute fand das Portativ häufig Verwendung.

 

Einige Jahrhunderte lang war das Portativ eines der meistgespieltesten Instrumente Europas. Nach 1650 geriet es in Vergessenheit, da die Entwicklung des Orgelbaus immer größere Instrumente hervorbrachte. Obwohl es viel kleiner als eine Orgel ist, füllt es mit flötenähnlichem Ton  mühelos auch große Räume. Der faszinierende reine Klang des Portativs liegt nicht zuletzt an seiner mitteltönigen Stimmung. Die Architektur romanischer und gotischer Kirchen läßt diese Musik besonders gut zur Geltung kommen und macht das Eintauchen in die Klänge längst vergangener Zeiten zu einem Erlebnis, das weit über den puren Hörgenuß hinausgeht.

Das Ensemble TreCantus  musiziert mit einem Nachbau der Firma Wälti (Bern) von 1992. Originalinstrumente sind nicht mehr erhalten.

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